Regattaberichte

J/70 World Championship Sardinien Porto Cervo

Am Morgen des 9. September machen sich Ute, Peter und Rue  mit der RGF auf den Weg nach Sardinien. Unser Ziel ist Porto Cervo. Die stattliche Zahl von 173 Booten hat sich zur J/70 WM angemeldet. Im strömenden Regen erreichten wir abends Genua, leider hatte unsere Fähre 3 Stunden Verspätung so das wir auch 3 Stunden später wie geplant am nächsten Morgen in Porto Cervo ankamen.  Wir fuhren gleich in den Hafen. Mast stellen, vermessen und einwassern ist alles noch bis zum Abend erledigt. Leider konnten wir das  geplante Training aufgrund der Verspätung nicht durchführen. Am Nachmittag kam Johannes mit dem Flugzeug auf Sardinen an. 

Am nächsten Tag optimieren wir noch einige Details am Boot und erledigen noch das ein oder andere organisatorische. Wetter und Wind sind hervorragend. Die Windvorhersage verrät uns, dass sich der Mistral weiter aufbauen wird. Uns erreicht eine Nachricht der Wettfahrtleitung, dass über 25 Knoten Wind im Durchschnitt ein Auslaufverbot besteht. Dieses Schicksal macht uns  die ersten beiden Regattatage zu nichte. Die Messstationen berichten von weit über 30 Knoten im Durchschnitt und Böen in der Straße von Bonifatio mit über 85 Knoten. Nun das ist eine klare Sache. Die Sicherheit geht vor. Wie die anderen Teams nutzen wir die Zeit um das Boot wo es noch geht zu optimieren und Abläufe zumindest theoretisch einzustudieren. Als am dritten Regattatag der Messzeiger endlich unter die erforderlichen 25 Knoten wandert sind alle heiß darauf aufs Wasser zu kommen.

Wir zählen uns nicht zu den Favoriten. Bei weitem nicht. Die Hälfte der Crews haben mindestens einen Profi an Bord. Olympioniken und America's Cup-Teilnehmer sind mit auf der Bahn. Das Leistungsniveau ist ausgesprochen hoch. Wir sind schon damit zufrieden, wenn es uns gelingt mit guter Taktik und guten Manövern und ohne Zwischenfälle über die Bahn zu kommen. Die jeweils ca. 80 Boote in den beiden Startgruppen machen es schon nicht leicht am Start vorne mit dabei zu sein.  

Nach vier Qualifikationsläufen landen wir erwartungsgemäß im Silberfleet. Also in der hinteren Hälfte. Das ist sicherlich keine Schande. Die meisten der 31 deutschen Teams treffen sich dort wieder. Es ist ein Abbild dafür, dass es in Deutschland eben nicht die Trainingsmöglichkeiten gibt, mit denen einige andere Länder gesegnet sind. Es sei ihnen gegönnt. Es ist einfach großartig hier dabei zu sein. In der Silberfleet segeln wir 2 weitere Wettfahrten. 

Leider hatten wir zu wenig Training in diesen Wind und Wellenbereichen und können somit die Geschwindigkeit der anderen an der Kreuz nicht halten. 

Raumschots haben wir immer Plätze gutgemacht. Vielfach batteln wir mit Gegnern, die wir von anderen Events am Gardasee oder in Holland schon kennen. Im letzten Lauf geben wir schließlich nochmals alles. Der Wind, der morgens deutlich unter 20 Knoten gefallen war hat wieder zugelegt. Der Start und die Manöver gelingen. Auf der Kreuz können wir geschwindigkeitsmäßig zwar nicht mithalten aber die Taktik stimmt. Down-Wind suchen wir uns eine frei Bahn uns lassen es laufen. An der letzten Luvtonne liegen wir im Mittelfeld. Der Wind hat wieder deulich zugelegt. Die Böhen gehen sicherlich über 25 Knoten. Bis zur Ablauftonne können wir noch keinen Gennaker ziehen. Dann ist aber der Weg nach Lee frei und der Gennaker geht hoch. Jetzt den richtigen Punkt für die Halse finden. Bei dem Wind bestimmt nicht der Steuermann den Kurs sondern der Gennaker. Wenn wir jetzt den richtigen Punkt für die Halse finden, dann führt uns der nächste Schlag geradewegs ins Ziel. Die Halse passt. Wir versuchen die Wellen möglichst lange abzureiten. Das macht Laune. Dann sehen wir wie wie eine anders deutschen Boot aus dem Ruder läuft. Noch mit ausreichend Sicherheitsabstand machen sie einen Sonnenschuss in Lee von uns. Wir versuchen Höhe zu machen so gut es geht. Bei dem Wind ist da aber nicht viel zu machen. In Lee sind weitere Schiffe. Weghalsen sieht nicht nach einer machbaren Variante aus. Es sieht so aus als ob wir in Luv durchkommen. Weiter anluven, den Gennaker aufwerfen, im Zweifel selbst einen Sonnenschuss machen wäre die Notbremse. Doch es sieht gut aus, wir kommen vorne durch und schießen weiter bis ins Ziel. Wegen zu viel Wind gibt es keine weitere Wettfahrt mehr.

Es war ein tolles Erlebnis und wir freuen uns auf mehr Meer in Zukunft.

 http://www.yccsfiles.com/results/j70w/s_g.pd

 Euer Team der RDF vom Sorpesee

 

 

 

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